Paris/Berlin: Hubert Weiger, der Vorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), verlangt zum Start der Weltklimakonferenz in Paris von den Industriestaaten eine aktivere Rolle bei den Verhandlungen über einen neuen globalen Klimaschutzvertrag. Diese Staaten seien nicht nur für einen Großteil der aktuellen CO2-Emissionen verantwortlich, sondern auch für den größten Teil der in der Vergangenheit ausgestoßenen Klimagase.
„Taten statt Worte beim Klimaschutz – die Weltgemeinschaft erwartet, dass dieses Signal aus Paris kommt. Beim Ausstieg aus fossilen Energien müssen jene Staaten vorangehen, die ihre Industrien auf Kosten des Klimas ausgebaut und dabei am meisten Klimagase ausgestoßen haben“, sagte der BUND-Vorsitzende in Paris.

Die Analyse der zur Pariser Konferenz eingereichten nationalen Klimaschutzpläne belege, dass die meisten davon nicht ausreichten, um die Erderwärmung wirksam zu begrenzen. „Die Klimaschutzpläne der EU und der USA sind mittelmäßig bis mangelhaft, die von Kanada und Japan völlig unzureichend“, kritisierte Weiger. „Kanada setzt wie Japan auf die klimaschädliche Kohleverstromung, die EU hat zu schwache Ziele beim Ausbau erneuerbarer Energien und bei der Steigerung der Energieeffizienz. Großen Nachholbedarf beim Klimaschutz haben auch die USA, vor allem wegen des hohen Pro-Kopf-Ausstoßes von etwa 16 Tonnen Kohlendioxid pro Einwohner und Jahr“, so der BUND-Vorsitzende. „Vor allem diese Staaten müssen ihre Anstrengungen verstärken, um einen fairen Anteil an der Minderung der Treibhausgase zu leisten“, sagte Weiger.

Entscheidend für den Erfolg des Weltklimagipfels in Paris seien auch Finanzierungsfragen. Zu Recht forderten vom Klimawandel besonders betroffene Staaten mehr Hilfen bei der Bewältigung von Klimaschäden.

„Ärmere Länder müssen Schutzmaßnahmen gegen die Folgen des Klimawandels finanzieren und eine Energieversorgung mit erneuerbaren Energien aufbauen. Dabei müssen die reicheren Länder ihnen helfen. Das Gerechtigkeits-Thema muss in Paris dringend einen höheren Stellenwert bekommen. Ohne eine gerechte Aufgabenverteilung beim Kampf gegen den Klimawandel und bei der Übernahme der Lasten wird es keinen Klimavertrag geben“, warnte der BUND-Vorsitzende.

Hinweis für Redaktionen: In Paris sind BUND-Vertreter mit Beobachterstatus an den Klimaverhandlungen beteiligt. Für Interviews stehen dort der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger (vom 28.11. bis 29.11. und vom 7. Dezember bis Ende der Konferenz) sowie die BUND-Klimaexpertinnen Antje von Broock (bis 3. Dezember) und Ann-Kathrin Schneider (2. Dezember bis Ende der Konferenz) zur Verfügung.

Mehr Informationen

BUND-Positionspapier zu Klimaschutz und Gerechtigkeit

Pressekontakt: Antje von Broock, BUND-Klimaexpertin, Mobil in Paris: 0049-151-14194613 bzw. Annika Natus, BUND-Pressereferentin, Mobil in Paris: 0049-170-1606658, Ann-Kathrin Schneider, BUND-Klimaexpertin, Mobil in Paris: 0049-151-24087297 bzw. BUND-Pressesprecher Rüdiger Rosenthal, Tel. 030-27586-425, ab 6.12. Mobil in Paris: 0049-171-8311051, presse@bund.ne

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