Immer wieder kommt es zu Verwechslungen: Spaziergänger finden im Wald ein kleines Kätzchen und nehmen es mit nach Hause. Dort zeigt sich, dass es sich nicht zähmen lässt. Der um Rat gefragte Tierarzt sieht sofort: Das kleine grau-braun getigerte Tierchen ist keine ausgesetzte Hauskatze, sondern eine echte Wildkatze. Wildkatzen ähneln gräulich-braunen Hauskatzen. Hat ihr Schwanz schwarze Ringe und ist die Zeichnung ihrer Flanken verwaschen, könnte es sich jedoch um eine Wildkatze handeln.
Hauptwurfzeit der Wildkatzen sind die Monate März und April. Meist werden zwei bis vier Junge geboren, die dann nach etwa acht Wochen ihr Versteck verlassen und neugierig die Umgebung erkunden. Bei der Jagd nach Mäusen lässt ihre Mutter sie manchmal mehrere Stunden allein. Der BUND warnt davor, die Kätzchen zu berühren oder vom Fundort zu entfernen. Aufpassen sollte man vor allem in ihren Hauptverbreitungsgebieten. Dazu gehören die Höhenzüge Eifel, Hunsrück, Pfälzer Wald, Taunus, Hessisches Bergland, Hainich und Harz. 
Wildkatzen sind in Deutschland vom Aussterben bedroht. Grund dafür ist die Zerschneidung ihrer Lebensräume durch Straßen, Siedlungen und die Landwirtschaft. Voraussetzung für das Überleben der scheuen Katzen sind große Laub- und Mischwälder. Diese will der BUND in den nächsten Jahren mit Wanderkorridoren für wildlebende Tierarten vernetzen.
Stand: April 2016

Mehr Informationen

  • Rettungsnetz Wildkatze
  • Wer Wildkatzenjunge oder ausgewachsene Wildkatzen gesehen hat, kann dies dem BUND-Wildkatzenteam melden

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