Vegane Tage der Albert-Schweitzer-Kinderdörfer

Kinder

10 Einrichtungen der Albert-Schweitzer-Kinderdörfer und Familienwerke haben sich mit unserer Unterstützung einer kleinen Herausforderung gestellt: Unter dem Motto »Einfach, lecker, vegan – wir probieren’s aus!« ernährten sie sich für einen Tag pflanzlich. Dabei diskutierten sie über Themen wie Massentierhaltung, Ethik und Nachhaltigkeit. Anlass des Projekts ist der heutige Albert-Schweitzer-Tag.

Im Namen Albert Schweitzers

Die Kinderdörfer und Familienwerke sowie unsere Stiftung orientieren sich beide an Schweitzers Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben. So lag es nah, ein gemeinsames Projekt zu stemmen. Während wir uns auf den Schutz und die Rechte von Tieren konzentrieren, sind die Albert-Schweitzer-Kinderdörfer und Familienwerke auf Familien-, Kinder- und Jugendhilfe spezialisiert. Zu ihren vielfältigen Einrichtungen gehören unter anderem Wohngruppen, Erziehungsstellen und Schulen. Das Ziel des gemeinsamen Projekts war es, Hintergrundwissen zu bewusster Ernährung in den Einrichtungen zu vermitteln und die Teilnehmenden anzuregen, zukünftig vermehrt pflanzliche Gerichte in ihren Speiseplan aufzunehmen.

Als Inspiration zur Gestaltung des Tages sendeten wir den BetreuerInnen eine Sammlung an Rezepten, Informationstexte über Albert Schweitzer, vegane Ernährung und »Nutztiere« sowie Bastelmaterial zu. Jede Gruppe führte den veganen Tag anschließend eigenständig durch.

»Leichter als gedacht«

Viele positive Rückmeldungen erreichten uns in Form von Berichten. Blickten einige TeilnehmerInnen dem veganen Tag im Vorfeld noch sorgenvoll entgegen (»Innerlich stellten wir Erwachsenen uns schon auf das Gezeter der Kinder ein«), sammelten sie am Ende doch eine Menge guter Erfahrungen und zauberten köstliche Gerichte: Von Zucchini-Paprika-Quiche über Chili sin Carne bis Hirsegrieß und Rhabarberkuchen probierten sie sich quer durch die Möglichkeiten der pflanzlichen Küche. In den meisten Einrichtungen packten von Klein bis Groß alle mit an und halfen bei der Zubereitung. Die Eindrücke von den zum Teil unbekannten Lebensmitteln waren sehr unterschiedlich. Nicht alle Produkte hätten gleichermaßen gut geschmeckt. »Tofuwurst ist nicht gleich Tofuwurst«, war die Erfahrung einer Familie. Und »so manches Gemüse [landete] bei den Kindern auf dem Tellerrand«.

Insgesamt zeigten sich jedoch die meisten TeilnehmerInnen positiv überrascht von der Vielfalt und dem Geschmack der Speisen. Darüber hinaus habe es Spaß gemacht, gemeinsam Rezepte auszuprobieren und dabei Neues dazuzulernen. Einer Familie fiel auf, dass sie ohnehin schon oft »unbemerkt vegan« esse und sich »dessen nur nicht bewusst« gewesen sei.

Denkanstöße und lange Gespräche

In vielen Gruppen stieß der Projekttag Diskussionen über die Produktion tierlicher Produkte und Ernährungsentscheidungen an. Man sprach über Kühe und Milch, verschiedene Arten der Tierhaltung oder las gemeinsam Kinderbücher über die vielfältigen Gründe für fleischfreie Lebensweisen. Gespräche darüber sind nicht selbstverständlich. »Früher dachte ich, dass Hähnchen in der Tiefkühltruhe wachsen«, gestand ein Kind. In anderen Einrichtungen gehören derartige Themen bereits zum Alltag, denn einige TeilnehmerInnen ernähren sich schon seit vielen Jahren vegetarisch.

Verwandte Themen wie Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Gesundheit kamen bei den Projekttagen ebenfalls zur Sprache. Eine Familie merkte an, dass »vegan zu essen […] nicht nur klimafreundlich, sondern auch gesund« sei. Kritisch sahen sie auf der anderen Seite, dass viele vegane Fertigprodukte in Plastik verpackt seien. Diese Familie wolle in Zukunft »auf weniger Verpackung sowie mehr Saisonales und Regionales achten«.

»Die Kinder sollten lernen, bewusst zu essen«

Viele TeilnehmerInnen kamen am Ende des Projekttags zu dem Schluss, auch in Zukunft pflanzliche Gerichte zubereiten zu wollen. So nimmt sich eine Kinderdorffamilie vor, von nun an regelmäßig »gemeinsam in der Küche fleischfreie Gerichte aus[zu]tüfteln, nebenbei ein paar Tiere [zu] retten und vor allem GESUND [zu] essen«. Eine andere Familie findet, vegan zu kochen sei »gar kein Mehraufwand, sondern [erfordere] nur ein klein wenig Umdenken«. Sie wolle daher ebenfalls vegane Rezepte in ihren Speiseplan aufnehmen. Und die Betreuerin einer sozial-pädagogischen Wohngruppe möchte zumindest »einzelne vegane Mahlzeiten zubereiten und die Kinder […] sensibilisieren, wertschätzend mit den Tieren und dem Essen umzugehen«.

Wir freuen uns, dass trotz anfänglicher Skepsis viele TeilnehmerInnen angetan waren und bedanken uns bei allen Beteiligten an den Projekttagen herzlich für ihre Zeit und ihre Bemühungen!

Weitere Eindrücke finden Sie hier.

Der Artikel Vegane Tage der Albert-Schweitzer-Kinderdörfer wurde von der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt veröffentlicht.

http://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell